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  • Any given Sunday

    Blogged by Becca as Life ... — Becca Sun 26 Feb 2006 11:01 am

    Suprise suprise es ist wieder einmal Sonntag. Und wie immer nach einem alkoholgetränkten Wochenende überlegt man sich beim aus-dem-Bett-fallen ob man vielleicht mal am nächsten Wochenende auf Alkohol verzichten sollte … derlei Vorsätze halten längsten bis zum Freitag Mittag, spätestens dann wirft man diese über Bord und macht genau den gleichen Mist wieder. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und lernen tut er eh nicht aus seinen Fehlern - im Großen wie im Kleinen.
    Also wacht man jeden Sonntag mit einem benebelten Gefühl im Kopf und einem widerlichen Geschmack im Mund (En G’schmack in dr Gosch als hättet Mäus drin g’veeglt - wie mein Vater sagen würde) auf. Kleiner Tipp von mir - ein paar Gabeln kaltes Sauerkraut helfen wunderbar gegen den Geschmack und ein leichtes Gefühl von Übelkeit (wie sich das auf eine ich-kotz-gleich-auf-den-Boden Stimmung auswirkt weiß ich allerdings nicht).

    Anonym

    Blogged by Becca as Uncategorized — Becca Wed 22 Feb 2006 8:14 pm

    Heutzutage ist alles anonym. Tagtäglich sehe ich die gleichen Menschen im Bus und in der Bahn, kenne allerdings keinen von ihnen mit Namen; weiß nicht was sie tun, wo sie arbeiten, was sie bewegt - ich spinne mir immer selber irgendwelche Geschichten zusammen.
    Das Ganze setzt sich in der Arbeit fort. Je größer der Betrieb, desto größer die Anonymität. Im Prinzip kenne ich viele Kollegen kaum. Wenn man nicht gerade im gleichen Raum sitzt kommt man eigentlich nie ins Gespräch (aber dafür gibt es Teeküchen und Raucherzimmer).
    Auch in der Schule gab es einige mit denen ich fast nie gesprochen habe - außer vielleicht “in welchem Raum haben wir denn jetzt Englisch?” Aber selbst solche Fragen stellt man ja eher den Leuten die man besser kennt.
    Eigentlich wollen wir es doch gar nicht anders; ein großes Hobby vieler Jugendlicher oder auch Erwachsener ist chatten - kaum etwas könnte anonymer sein. Wie viel die Leute die am anderen Ende der Leitung sitzen von mir mitbekommen hängt davon ab wie viel ich tippe … tolle Sache. Es würde auch sicher nie jemand auf die Idee kommen das Ganze anzuprangern (wieso auch?), da wir uns ja auch ganz wohl in unserer mentalen Abgeschiedenheit fühlen. Meistens wenn Leute nach ihrer ersten Begegnung miteinander gefragt werden antworten sie mit “Was ist denn das für eine(r)?”
    Jeder nimmt immer erstmal eine Abwehrhaltung ein und lässt niemanden an sich ran. Ein Stück weit gesund (ich bin da nicht anders), aber ist es nicht irgendwie schade wenn wir den Leuten nicht mal die Möglichkeit geben möchten? Lieben wir unser “Inseldasein” so sehr? 

    Regen …

    Blogged by Becca as Impressions — Becca Mon 20 Feb 2006 5:30 pm

    … nass, kalt. So ist der Winter in Deutschland. Ich weiß noch wie geborgen ich mich als Kind immer gefühlt habe, wenn ich unter einem überdimensionalen Schirm stand und in den Regen geschaut habe. Obwohl alles um mich herum kalt und nass war, war ich trocken und wohlbehütet.
    Im Prinzip kann mir Regen auch heute noch ein Wohlgefühl vermitteln - allerdings eher wenn ich nach hause komme, mich unter die Decke kuschle und mir das Unwetter draußen ansehe. Abends mag ich Regen am liebsten - ich liebe das Geräusch wenn die Tropfen auf mein Fensterbrett, auf die Blätter des Baumes vor meinem Haus oder gegen meinen Rollladen (tolle neue deutsche Rechtschreibung) trommeln. Dieses Geräusch hat etwas unheimlich beruhigendes.
    Im Sommer hat Regen manchmal auch einen ganz eigenen Flair. Wenn nach tagen der Hitze ein kleiner Schauer die drückende verdrängt und der nasse Asphalt diesen ganz eigenen Geruch verströmt, den man sonst nirgends findet. Nach Tagen nur Sonne und schwitzen habe ich dann immer das Bedürfnis im Regen spazieren zu gehen …
    Im Herbst fühlt sich Regen weniger belebend als eher beruhigend an. Wenn der Sommer mit seinen ganzen Freuden und schönen Tagen zu Ende geht und es im September anfängt zu regnen sucht einen oft so eine melancholische Stimmung heim die ein wenig an Abschied erinnert. Auf der einen Seite fühlt man sich traurig, allerdings nicht auf eine so schmerzliche Weise als hätte man etwas verloren, denn man hat eine Gewissheit, dass es nur eine Trennung auf Zeit ist.
    In diesen Zeiten möchte ich am liebsten irgendwo draußen sitzen - vielleicht unter einem Baum auf einer Wiese oder einem Feld von wo aus ich möglichst weit sehen kann, etwas Chill-out Musik hören und nachdenken während ich dem Regen zusehe. 

     

    Impressum

    Blogged by Becca as Uncategorized — Becca Sat 18 Feb 2006 4:09 pm

    Nebenbei ein Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

    Rebecca Weida

    E-Mail: ziggy@bob-net.de

    Beziehungen

    Blogged by Becca as Uncategorized — Becca Sat 18 Feb 2006 3:48 pm

    “Drüber weg sein” Wann ist man eigentlich “drüber weg”? Die einen sagen, wenn man einen neuen Partner hat - oder wenn man den anderen nicht mehr vermisst - oder auch wenn man selber sagt es macht einem nichts mehr aus. Wer weiss vllt. definiert das ja jeder anders? Für meine Begriffe braucht man immer Jahre um “drüber weg” zu kommen. Mal ehrlich, wie lange denkt man noch zurück? Ärgert sich vielleicht über bestimmte Dinge die der andere getan hat und regt sich immer noch furchtbar darüber auf was der andere einem getan hat oder unterlassen hat oder sehnt sich vllt. auch nach bestimmten Dingen zurück. Das tut man auch wenn man schon in einer neuen Beziehung ist und seinen neuen Partner liebt. Über jemanden hinweg sein muss schließlich nicht nur bedeuten, dass man den anderen noch liebt oder vermisst oder ähnliches; viel mehr wenn es einen in irgendeiner Weise noch belastet obwohl es vorbei ist, vllt. schon lange. Es muss ja nicht heißen, dass man nicht im Stande ist eine neue Beziehung zu beginnen, nein, das kann im Gegenteil sogar hilfreich sein sobald man “das Schlimmste” überstanden hat und nicht mehr ausschließlich an den Ex-Partner denkt. Man lernt durch die Beziehung wieder neue Dinge, der innere Groll löst sich und ich finde, man lernt oft erst später manche Dinge zu verstehen oder zumindest zu verzeihen. Es gibt natürlich auch Extremsituationen in Beziehungen die es nicht erlauben diese irgendwann positiv zu bewerten (hier kann sich jetzt jeder selber seinen Teil denken), ich schätze über solche Beziehungen kommt man eben nie 100% hinweg - und das kann man dann keinem verübeln. Ich glaube man ist erst dann wirklich im Stande zu sagen, dass man darüber hinweg ist, wenn man fähig ist dem anderen zu begegnen, sich normal mit ihm zu unterhalten wie mit einem alten Bekannten, man sich für ihn freuen kann wenn er etwas erreicht hat und man sich einfach zurückerinnert an eine schöne Zeit, die man aber eben hinter sich gelassen hat - ohne irgendwelche Schuldzuweisungen oder hasserfüllte Bemerkungen für den anderen zu haben. Es ist doch so, dass uns jede Beziehung in irgendeiner Hinsicht prägt. Seien es positive oder negative Erfahrungen, unser Musikgeschmack, unser Horizont der sich erweitert, weil man neue Standpunkte und Ansichten durch den Partner und dessen Freundeskreis kennenlernt. Dinge die man lernt, da ja jeder Mensch andere Dinge weiß und dem anderen davon erzählen kann… Ein wirklicher Schritt für sich selbst ist es wenn man über das was schief gelaufen ist hinwegsehen und ehrlich sagen kann “Danke - du hast mein Leben bereichert”. Muss man dem ehemaligen Partner ja nicht persönlich sagen - aber wenn man in seinen Erinnerungen kramt und jede Negation beseite wischen kann - dann hat man es wirklich verarbeitet.

    Schicksal

    Blogged by Becca as Uncategorized — Becca Sat 18 Feb 2006 3:42 pm

    Gedanken und Schicksal

    Oft sitze ich in einer Runde von Menschen und fühle mich fremd. Nicht weil ich diese Menschen nicht kenne – teilweise sind es Freunde von mir – aber irgendwie hab ich in diesen Momenten das Gefühl uns trennen Welten. Ich kann nichts mit ihrer Konversation anfangen, ziehe mich innerlich zurück und fühle mich auf einmal als würde ich nicht dazugehören.
    Dieses Gefühl ist alles andere als angenehm weil man irgendwie die Verbundenheit sucht die einen sonst mit diesen Leuten verbindet – aber man kann sie nicht finden.
    Dann hängt man seinen eigenen melancholischen Gedanken nach und wird immer betrübter bis man es nicht mehr aushält und am liebsten gehen würde. Schlimm ist es dann wenn man keine Möglichkeit hat sich zurückzuziehen und mit sich und den eigenen Gedanken allein zu sein. Wirklich schlimm wird es aber wenn man dann von den taktvollen Anwesenden gefragt wird „was ist denn los?“ entweder weiß man es selbst nicht oder weiß genau, dass es sowieso niemand versteht oder es zu weiteren unangenehmen Fragen kommen wird. Also sagt man, dass man müde sei oder nachdenklich oder betrunken oder sonst eine Standardantwort.
    Im Prinzip weiß ich selber nicht wie es zu solchen Situationen kommt. Vielleicht liegt es daran, dass ich zu viel nachdenke und mir auch viel zu viel zu Herzen nehme.
    Nachdenken ist auch nicht immer so nützlich oder konstruktiv wie man meinen sollte. Teilweise übertreibt man es nämlich und malt sich jede kleine Eventualität genau aus oder noch schlimmer – wenn man es vielleicht ganz anders gemacht hätte! Deswegen fängt man irgendwann an jede Entscheidung tausende von Malen zu überdenken aus Angst eine (erneute?) Fehlentscheidung zu treffen, deswegen will man dieses Mal auf Nummer sicher gehen. Dann läuft man Gefahr vor lauter Überlegen nicht auf seine Intuition zu hören die einem in kleinen gedankenlosen Momenten die richtige Entscheidung wie eine Eingebung in den Kopf kommen lässt – ein kurzen Aufblitzen dieses Gedanken – aber sobald man anfängt diesen rational zu durchdenken wirkt er sinnlos und wird häufig abgetan weil es vom rationalen Standpunkt aus gesehen wahrscheinlich ist, dass es sich als eine Fehlentscheidung herausstellt. Aber genau dann merkt erst man wenn es zu spät ist, dass dieser intuitive Gedanke eigentlich die richtige Entscheidung gewesen wäre und ärgert sich noch mehr.
    Oft kann man sich auch nicht von seinen Gedanken befreien und springt gedanklich von einem Thema zum nächsten und vernetzt alles miteinander – jedes Problem, jede Situation, alles was noch auf einen zukommen wird, alles was jemals gewesen ist. Das sind dann solche Augenblicke in denen man sich fühlt als würde es von allen Seiten auf einen zukommen, einen einengen, den Platz rauben, die Freiheit nehmen, einen nicht mehr atmen lassen und man möchte laut schreien weil man aus irgendeinem unbestimmten Grund das Gefühl hat so wieder Platz um sich zu schaffen und wieder frei atmen zu können. Sicherlich hätte jeder erstmal genug Platz um sich herum, denn die meisten Mitmenschen wären zunächst so geschockt über diesen Gefühlsausbruch, dass sie erst mal einen Schritt zurücktreten würden.
    Aber wer tut das schon? Nicht das Zurücktreten – das Schreien! Kaum jemand! Man traut sich nämlich nicht. Aus Rücksicht, aus Scham, aus Angst – Angst davor für verrückt gehalten zu werden oder gemieden zu werden. Meist wird man dann zum Psychiater geschickt der einem Psychopharmaka verschreibt – aber die Probleme bleiben. Man bemerkt sie nur nicht solange man die Sinne-vernebelnden Medikamente nimmt.
    Ähnlich verhält es sich mit Alkohol. Die einfachste Lösung wenn man sich deprimiert fühlt ist es sich zu betrinken – aber das macht es nicht besser! Falls man es tatsächlich schafft für den einen Abend, für diesen Rausch zu vergessen was einen quält, dann trifft einen die Erkenntnis spätestens am nächsten Tag mit voller Macht, weil man nach diesem kleinen körperlichen Entzug den man im Schlaf mitmacht nämlich ohnehin etwas down ist – und dann setzt der Gedankenapparat sich wieder in Bewegung und alles bricht wieder über einem zusammen.
    Stellt sich die Frage, was denn nun die Lösung ist. Man muss lernen seine eigene Unsicherheit zu überwinden, man muss lernen es heilen zu lassen!
    Die Menschen um einen herum verletzten einen nicht aus reiner Willkür und oft ohne es zu bemerken. Manchmal hilft es darüber zu sprechen, mit der Person selbst oder mit Freunden. Und wenn einem ein guter Freund oder eine gute Freundin sagt, was gut an einem ist, dann sollte man das annehmen, denn es kommt von Herzen und ist ernst gemeint! Ich glaube wenn wir lernen uns trösten zu lassen, dann sind wir einen großen Schritt in unserer persönlichen Entwicklung weitergekommen.
    Zudem sollte man sich klarmachen, dass alles was einem passiert einen irgendwohin führen soll – nichts geschieht umsonst und schon gar nicht als Strafe sondern eher als Prüfung oder Vorbereitung auf etwas. Deswegen sollten wir uns nicht ewig mit dem „Wieso passiert mir das?“ herumschlagen sondern uns eher fragen „Wohin führt es mich?“. Alles was uns passiert hat einen Sinn, es passiert aus einem bestimmten Grund den man zwar meist erst später erkennt – aber es gibt ihn!
    Es gibt eine Geschichte die sehr schön verdeutlicht was ich besonders mit dem letzten Abschnitt sagen möchte.

    ¡Moin Moin!

    Blogged by Becca as Uncategorized — Becca Sat 18 Feb 2006 2:36 pm

    Hier ein weiteres Produkt meiner Langeweile (neben einem neu geordneten Bücherregal, einer mit Kinokarten beklebten Türe, einer noch-immer-nicht-fertigen-neuen Collage, inzwischen 4 2-Meter-langen Schals und vielen anderen mehr oder minder kreativen Dingen die ich so fabriziert hab wenn ich mal wieder zuviel Zeit hatte und gerade keine Simpsons im Fernsehen kamen).
    Und man stelle sich vor es gibt sogar Leute die darauf gewartet haben den Kram hier zu lesen - ja Melli jetzt simma da :-p

    Angefangen hat es eigentlich mit dem blog, dann kam eine wiki-basierte Page dazu welche ich mittlerweile komplett hier ins WordPress integriert habe.

    Für die eher visuell orientierten Menschen hab ich kürzlich mal ein kleines Photo-Blog angefangen mit selbst geschossenen Bildern

    Neben Lesen, blog-basteln, Musik hören, mit Freunden weggehen, Theater-, Kino- und Musicalbesuchen hab ich ein weiteres “Hobby”. Ich schreibe sehr gern Essays oder auch Gedichte über Dinge die mich bewegen. Bisher hab ich noch nie etwas davon rausgerückt - da war mein Blog schon ein ziemlicher Schritt. Für alle die es interessiert und die Freude daran haben veröffentliche ich hier zum ersten Mal ein paar Texte.

    Einen Text von meiner Freundin AnNi habe ich hier auch mal draufgestellt

    Unsere Gesellschaft …

    Blogged by Becca as Uncategorized — Becca Thu 16 Feb 2006 6:14 pm

    Heute widme ich mich der breiten Masse, ich widme mich den überzeugten BILD-Lesern unter uns, denen die glücklich sind Abend für Abend in der versifften kleinen Kneipe an der Ecke zu sitzen, die kein Buch lesen wenn keine Bilder drin sind und denen es zu verquer und hochgestochen ist über Sinn und Ethik nachzudenken, weil Fußball und Motorsport schließlich erfüllend genug sind.
    Es ist doch traurig, dass der bundesdeutsche Durchschnittsintellekt sich auf BILD-Niveau bewegt! Eine Zeitschrift die sich nicht mehr Zeitung nennen darf, da sie die prozentuale Quote an Wahrheitsgehalt nicht erfüllen kann!
    Es werden Leute Grundschullehrer die im Bio-Leistungskurs behauptet haben Robben und Delfine seien Fische und die sich womöglich heute noch fragen ob Bäume denn auch Pflanzen sind! Absolute Misanthropen werden Erzieher weil es halt ein “chilliger Job” ist. Es versuchen Menschen in die Führungsriege zu gelangen, die in all den Jahren in der Schule nie fähig waren soziale Kontakte zu knüpfen oder gar zu halten. Leute die an sozialer Intelligenz (Empathie und ein Gefühl für “wie gehe ich mit Menschen um”) entbehren und einen Mangel an Rücksicht und Feingefühl besitzen werden Ärzte. Und ihr erwartetvon mir Vertrauen in System und Gesellschaft? In diese Welt soll ich Kinder setzen und sie der Obhut dieser Menschen überlassen?!
    Es ist nicht so, dass diese Menschen schlecht sind - nein! Ich wage nur zu bezweifeln, dass sie den richtigen Beruf gewählt haben und frage mich warum es für so verantwortungsvolle Berufe noch keine Eignungstests in Sachen Sozialkompetenz gibt!

    too much

    Blogged by Becca as Life ... — Becca Tue 14 Feb 2006 6:11 pm

    Manchmal ist alles zuviel um einen herum. Zuviele Aufgaben, zuviel zu beachten, zuviel zu tun, zuviele Menschen um einen herum.
    Man sieht sie sich an - wie der Kerl da drüben dauernd die Nase hochzieht, die Frau die dort steht mit offenem Mund Kaugummi kaut oder der alte Mann gegenüber der ununterbrochen mit leerem Mund schmatzt. Dazu das Geräusch der vorbeifahrenden Züge, das Gemurmel anderer Stimmen die lauter sind als der MP3-Player, Türengeräusche und das Geratter der Räder. Das alles in Summe und ausreichend lang schürt den tiefsitzenden Wunsch zu schreien. Die Lungen schlagartig mit Luft zu füllen, innezuhalten und einen markerschütternden Schrei loszulassen bis alles raus ist (und der eklige alte Kerl mit dem Geschmatze aufhört!) - die Luft und - ja was? Die Wut (weil grad nichts läuft wie es soll?), die Verzweiflung (weil man nichts dagegen tun kann?) oder einfach die Anspannung weil man der täglichen Reizüberflutung nach einer fast schalflosen Nacht nicht mehr standhalten kann/will. Weil es einen anwidert (vor allem dieser Mann mir gegenüber!) und man einfach keine Lust mehr hat (gleich spring ich ihm ins Gesicht!) und sich nur noch zurückziehen will (und morgen setz ich mich in einen anderen Wagon!).

    What is it good for?

    Blogged by Becca as Impressions — Becca Sun 12 Feb 2006 3:01 pm

    Wo man hinsieht wird überall von Terrorismus, Kindsmord, Misshandlungen und noch vielem mehr aus dieser Kategorie berichtet.
    Menschen quälen, zerstören, foltern und morden - und wofür? Das kann niemand sagen! Die einen vielleicht aus Machtgier, aus Habsucht, aus Verblendung, aus Perversion? Es gibt weder Schuldzuweisung noch Sühne denn es ist zuviel. Zuviel um es zu zählen, zuviel um es nachzuweisen, zuviel um es zu ertragen.
    “Warum tun Menschen sowas?” klingt mir immernoch im Ohr - jedesmal wenn ich wieder von sinnloser Grausamkeit lese. Aber ich kann weder mir noch meiner Freundin eine Antwort auf diese Frage geben - weil ich es in keinster Weise nachvollziehen kann.
    Viele begründen ihr neurotisches Verhalten mit den sie beeinflussenden Medien, durch ihnen zugefügte Pein, durch ihren Glauben (und das sind die verlogensten von allen!) oder sie plädieren auf Unzurechnungsfähigkeit - herrlich wie einfach man sich heutzutage der Verantwortung entziehen kann. Aber kann man sich der Erinnerung entziehen und dem Gewissen? Ich hoffe nicht!

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