Regen …
… nass, kalt. So ist der Winter in Deutschland. Ich weiß noch wie geborgen ich mich als Kind immer gefühlt habe, wenn ich unter einem überdimensionalen Schirm stand und in den Regen geschaut habe. Obwohl alles um mich herum kalt und nass war, war ich trocken und wohlbehütet.
Im Prinzip kann mir Regen auch heute noch ein Wohlgefühl vermitteln - allerdings eher wenn ich nach hause komme, mich unter die Decke kuschle und mir das Unwetter draußen ansehe. Abends mag ich Regen am liebsten - ich liebe das Geräusch wenn die Tropfen auf mein Fensterbrett, auf die Blätter des Baumes vor meinem Haus oder gegen meinen Rollladen (tolle neue deutsche Rechtschreibung) trommeln. Dieses Geräusch hat etwas unheimlich beruhigendes.
Im Sommer hat Regen manchmal auch einen ganz eigenen Flair. Wenn nach tagen der Hitze ein kleiner Schauer die drückende verdrängt und der nasse Asphalt diesen ganz eigenen Geruch verströmt, den man sonst nirgends findet. Nach Tagen nur Sonne und schwitzen habe ich dann immer das Bedürfnis im Regen spazieren zu gehen …
Im Herbst fühlt sich Regen weniger belebend als eher beruhigend an. Wenn der Sommer mit seinen ganzen Freuden und schönen Tagen zu Ende geht und es im September anfängt zu regnen sucht einen oft so eine melancholische Stimmung heim die ein wenig an Abschied erinnert. Auf der einen Seite fühlt man sich traurig, allerdings nicht auf eine so schmerzliche Weise als hätte man etwas verloren, denn man hat eine Gewissheit, dass es nur eine Trennung auf Zeit ist.
In diesen Zeiten möchte ich am liebsten irgendwo draußen sitzen - vielleicht unter einem Baum auf einer Wiese oder einem Feld von wo aus ich möglichst weit sehen kann, etwas Chill-out Musik hören und nachdenken während ich dem Regen zusehe.