Winter

Im Winter ist alles tot - die Insekten, die Blumen, Sträucher und Bäume. Letztere sehen teilweise richtig schaurig aus wie sie ihre dürren Äste gen Himmel recken (jeder dicke Ast wird ja sofort von den städtischen Landschaftsgärtnern abgesägt, er könnte schließlich auf die Straße fallen bei einem starken Sturm). Trotz allem entbehrt dieses leblose nicht einer gewissen Ästhetik? Wenn dann Schnee und Frost ihren Teil dazu beitragen und alles in eine weiße Decke hüllen die magisch glitzert wenn die Sonne darauf scheint.
Obwohl alle immer Schnee so toll finden, ist er ihnen eigentlich nur an Weihnachten recht (wie verlogen! “Ich liebe den Winter - aber nur vom 1. Advent bis zum 2. Weihnachtsfeiertag”). Ich bin nicht viel besser - zugegeben - Winter und Schnee sind ganz nett - auf Bildern… Aber damit hat sich’s bei mir schon, zumindest propagiere ich keine, auf einen Zeitraum von 4 Wochen eingeschränkte, “Vorliebe”.
Das Flair (Tatsache, laut der Microsoft Word Rechtschreibkorrektur heisst es “das Flair” und nicht “der Flair” - wer hät’s gedacht) von Frühling wenn alles wieder zu leben beginnt, die Sonne wärmer strahlt und uns Wärme, schöne lange Nächte, Grillabende und Baden am See verspricht ist doch eigentlich viel reizvoller? Verbindet man mit warmen Sommernächten nicht meist auch mehr schöne Erinnerungen als mit kalten frostigen Abenden? Eben!
Denn im Winter sinkt nicht nur die Temperatur unter Null, sondern auch die Motivation sich dieser zu stellen. So gesehen ist der Winter eine Art Auszeit - oder zumindest Zeit der Einschränkung - nicht nur für die Natur (die uns also mal wieder stärker beeinflusst als wir oft denken) sondern auch für gesellschaftliche Unterfangen. 

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