16 Jahre (Zwangs-)Wiedervereinigung

Wir schreiben das Jahr 2006 - es ist der dritte Tag des Monats Oktober… der deutsche Nationalfeiertag. Kommentare diverser Politiker lassen mich stutzen. Schäuble:”Vieles geht bergauf. Das meiste ist geschafft. Wir haben eine gute Entwicklung bei der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt” So, erst mal setzen lassen. Also gut, bei dem Tiefstand in dem sich ‘Good Old Germany’ befindet kann es ja ohnehin nur bergauf gehen. Was ist aber bitteschön ‘geschafft’ und inwiefern? Wir sitzen in einer Baustelle (ich sag nur Gesundheitsreform, Steuersystem, … ), die Unzufriedenheit ist groß, die Arbeitslosigkeit ohnehin, BenQ entlässt auch eine ordentliche Anzahl Arbeitnehmer… also wie denn jetzt?!
Nun gut, Wirtschaftswachstum kann man ja bei uns nicht unbedingt erwarten, zumindest nicht in dem Maße wie in manchen Entwicklungsländern mit einer Quote von 10% - denn schließlich ist bei uns schon alles groß und quasi nahe an der Höchstleistung, da geht eben nicht sehr viel mehr.
Die Arbeitslosenquote ist zwar um 2 Prozentpunkte gesunken seit Jahresbeginn - von 12,1 auf 10,1 - aber das ist immer noch ziemlich viel möchte ich mal behaupten? Bei 82,3 Millionen Einwohnern sind das immerhin über 8 Millionen…
Und wie sieht’s mit der Annäherung aus? Es wird immer noch vieles in Ost und West getrennt… Arbeitslosenquoten, Gehälterentwicklung, alle möglichen statistischen Angaben. Bei den Krankenversicherungen gibt es eine Trennung nach Abrechnungskreis Ost und West… Man betitelt sich immer noch mit ‘Ossi’ und ‘Wessi’…
Es gibt ja die Meinung, dass man damals nicht sofort die Widervereinigung hätte durchziehen sollen, vielleicht wäre es sinnvoller gewesen in der DDR erst einmal das gleiche System einzuführen wie in der BRD - in jeglicher Hinsicht. Das ganze sich mal 15 bis 20 Jahre entwickeln lassen und dann nach dieser schrittweisen Annäherung tatsächlich einen einheitlichen deutschen Staat bilden. Nun sitzen wir dran, haben das ‘Ost-West-Gefälle’, es wird Geld ins Leere gepumpt anstatt dass man es einmalig sinnvoll als eine Art ‘Hilfe zur Selbsthilfe’ verwandt hätte. Aber nein, ein gewisser Kanzler wollte unbedingt als ‘Kanzler der Einheit’ das Amt verlassen, also haben wir das im Hauruck-Verfahren durchgepeitscht. Vielen Dank an dieser Stelle… auch für den Euro.
Abgesehen davon hat sich Deutschland ja ganz gut mit der ganzen Angelegenheit arrangiert… und wir haben einen Feiertag bekommen - ja was wollen wir denn da noch?

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