Money, Money, Money…
“Seid euch nicht zu fein, tut was in den Becher rein” rief mir, und auch anderen Passanten, neulich ein arbeitsloser Punk mit einem Pappbecher in der Hand auf der Straße nach. Um die Ecke standen die Leute von Amnesty International, zwei Wochen davor kamen welche von Save the Children, am Bahnhof werde ich vom WWF aufgerufen “3 Euro [im Monat] retten seine Welt - retten Sie mit” - und ein Gorilla betrachtet traurig einen Urwald im Bonsai-Format. Und natürlich hört es da nicht auf; die ehemaligen Drogenabhängigen wollen mir Zeitungsabos verkaufen, der ADAC hat eine Organisation für Kinder in Not und und und …
Es ist immer alles so wichtig, und nur ein kleines bisschen, und Leben retten, und ob man denn kein Herz hätte… ja klar hab ich eins, ohne Pumpe würd ich hier wohl kaum rumrennen oder?! Und es ist ja nicht so, dass die Leute dann locker lassen (Engagement ist eine Sache, und bewundernswert natürlich! Das mein ich jetzt nicht mal sarkastisch, aber wenn ich nicht will, dann will ich eben nicht!) … so dann werd ich jetzt lauter Daueraufträge für Kinder, Tiere und sonstige Patenwesen einrichten… dann drück ich ja eh jeden Monat eine ordentliche Summe für Arbeitslose ab (nennt sich AFö - Amt für Öffentlichkeitsarbeit) - also bekommt der Punk nix, weil dem zahl ich eh schon genug. Dann bezahl ich für die Rente und das ist ohne Spaß n ganzer Haufen! Für die Pflegebedürftigen bezahl ich auch, dann den Solidaritätszuschlag für die Unterstützung der wiedervereinigten deutschen Bundesländer, die Kirchensteuer für die Pfarrer, normale Steuern (u.a. Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, … ) damit bezahl ich Merkel und Konsorten, egoistischerweise leg ich auch etwas für mich beiseite - tjahaaaaa - private Altervorsorge, Bausparvertrag, Unfallversicherung… und wenn ich dann mein gesamtes Gehalt an alle möglichen Stellen verteilt hab stell ich mich neben den Punk und schnorr ein bisschen damit ich mir beim Aldi ein Bier und ein trockenes Brot kaufen kann - jawollja.