November Rain

Im Monat November, wenn die Tage kürzer, kälter und düsterer werden erfasst die meisten Menschen eine unerklärliche Traurigkeit - nicht ganz unerklärlich, das trübe Wetter schlägt aufs Gemüt… genauso regelmäßig sterben alte und auch kranke Menschen speziell in dieser Jahreszeit, auch schwer depressive Menschen nehmen sich verstärkt das Leben. Das bemerken Pendler spätestens dann wenn die Züge oft ausfallen. Ein wenig makaber vielleicht, aber auch der Mensch ist dem natürlichen Kreislauf unterlegen - und wie die Natur geht auch uns Menschen Lebenskraft verloren.
Gelegentlich versetzen wir uns auch selber in eine solche Verfassung - wenn gerade alles nicht so gut läuft, wenn wir aus irgendeinem Grund unglücklich sind und auch bei Liebeskummer (die beliebteste “Depression” seit es schlechte Tage gibt), ansonsten alles daneben geht, die Arbeit auf einmal schrecklich ist - und am besten alles auf einmal. Dann fühlt man sich kraftlos, demotiviert, lustlos, antriebslos - und das ist gut. Dieser Schutzmechanismus soll vor einer richtigen Depression schützen. Die Psyche will uns so davor bewahren uns zu überanstrengen, nimmt uns den inneren Antrieb um uns am weitermachen zu hindern und zwingt uns damit uns zu erholen. Genau dann tut es öfter mal ganz gut sich komplett zurückzuziehen und ein wenig in seinem Selbstmitleid zu baden. Der Unterschied zwischen Ausgelaugtheit und Liebeskummer? Das ist doch so gesehen nur der Ursprung für die Antriebslosigkeit und das “schlecht fühlen”. Manchmal genießen wir das vielleicht auch ein wenig; die meisten Kuschelrock CDs werden garantiert nicht von glücklich vor sich hinkuschelnden Pärchen gehört, sondern von deprimierten Leuten die sich bei Kerzenschein in ihre Bett verkriechen und versuchen sich mit Wein oder Tee zu ertränken wenn es nicht schon in der Badewanne oder unter der Dusche funktioniert hat. Aber alles hat seine Berechtigung und hilft ein bisschen sich zu regenerieren. Man muss sich schließlich mit den Tiefen des Lebens auseinandersetzen um sie überwinden zu können - und irgendwann lässt man sie hinter sich.

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