Revolutionärer Geist
Die Rote Armee Fraktion - RAF - als Dokumentar-Spielfilm im Kino. Ein interessanter Film, der einem die Geschichte etwa so vermittelt, als wären da einige Idealisten gewesen die etwas ändern wollten - die gibt es immer. Aber diese haben etwas unternommen und wurden übermütiger und radikaler, bis sie sich schließlich in etwas hineingesteigert haben, vermutlich weil sie nicht wahrhaben wollten, dass es so nicht funktioniert.
Gehen wir mal zu den Anfängen zurück; wer geht heute noch “auf die Straße” - in den Klischee-Vorstellungen v.a. Punks und Rechte. Aber fragen wir mal anders: WO gehen die Leute auf die Straße oder organisieren sich derartig? Eigentlich viel eher in Ländern in denen es sozial und wirtschaftlich nicht gut läuft - zumindest was Frequenz und Masse angeht. Es scheint, als wäre dort der Idealismus noch größer. Oder liegt es vielleicht eher daran, dass die Leute dort mehr Hoffnung haben - mehr Hoffnung als die Chance, dass es in absehbarer Zeit ernstzunehmende Verbesserungen gibt? Besteht der Zusammenhang darin, dass man sich weniger hilflos fühlt, wenn man aktiv ist?
Oder, was ist dann andersherum der Grund, dass derartiger Aktionismus rückläufig ist in Deutschland? Interesse? Andere Probleme - und was für welche? Luxusprobleme? Ein etwas größerer Egoismus vielleicht… Oder geht es uns nicht “schlecht genug?” Aber in den 60ern und 70ern ging es den leuten ja auch nicht schlecht - hatten Menschen damals dann einfach mehr Interesse, Zeit, Altruismus? Oder liegt es vielleicht an der wirtschaftlichen Lage, dass die Menschen “gerade erst” in die Problematik hingeraten z.B. um den Job kämpfen zu müssen, Rechnungen nicht bezahlen zu können? Oder sind die Menschen einfach nur zu bequem, zu sehr “Stock im A****” ?