Ethnozentrismus
Ethnozentrismus ist die Beurteilung anderer Völker und Kulturen vom Standpunkt der eigenen Kultur und der mit ihr verbundenen Wertmaßstäbe aus. Ethnozentrisch ist der “normale” Standpunkt des Alltagsmenschen und andere Kulturen werden als Abweichungen klassifiziert.[...] (www.fremdwort.de)
Im Kleinen führt er zu Verständnislosigkeit wieso in Afrika mit der rechten Hand gegessen wird und niemals die linke für bestimmte Dinge verwendet wird. Wieso es in bestimmten Ländern eher ungehörig ist fremden Menschen zuzulächeln (in einigen asiatischen Ländern ist das weniger Freundlichkeit, dort tun soetwas eher Prostituierte), auch zu Aussagen wie “lern mal anständig deutsch” - Dinge die einem immer ferner liegen wenn man sich mit der Thematik und den Hintergründen auseinandersetzt, was auch mit längeren Aufenthalten in anderen Ländern kommt und man sich vielleicht auch innerhalb des ach-so-heimischen Europa zeitweilen verloren oder ausgeschlossen fühlt - wie geht es dann erst Menschen die aus anderen Kulturkreisen kommen und die nicht nur eine begrenzte Zeit dort verbringen müssen/wollen?
Im Großen… Der europäische und US-amerikanische Ethnozentrismus hat die moderne Welt wohl am stärksten geprägt. Angefangen bei Weltkarten auf denen Europa in der Mitte liegt, westlich davon der amerikanische Kontinent, östlich davon Asien. Von dieser Karte ausgehend werden auch die Regionen dieser Welt betitelt - naher Osten, Fernost, westliche Welt… Würde man nun jedoch eine andere Ansicht wählen (Der Insel-Staat Hawai’i hat in den 1990′ern mit einer Weltkarte geworben in welcher Hawaii im Zentrum liegt - östlich davon der amerikanische Kontinent, westlich davon der asische) würden sich diese Betrachtungweisen zwangsläufig verschieben…
Die sogenannte westliche Welt hat auch fleißig alles was sie für gut erachtet überall hin “exportiert” - Zeitumstellung, Essenskultur (angefangen bei Coca-Cola über Fast-Food bis hin zu Milchprodukte nach Asien), Massentierhaltung mit Mast zur Effizienzsteigerung und wer weiß was noch. Und wieso? Weil viele Leute aus den europäischen und Nordamerkanischen Staaten ihre eigene Kultur für überlegen und besser halten und mit dieser unangebrachten Missionierungswut die “Ökosysteme” der beglückten Länder eher durcheinander bringt als verbessert. Dafür gibt es ja jetzt widerum Hilfsprojekte und Organisationen die den glorreichen Kreuzzug der westlichen Welt mühsam wieder rückgängig zu machen bzw eine bessere Lösung zu finden versuchen - denn der Einfluss besteht nunmal und wird auch bleiben - also muss für die betroffenen Länder ein Kompromiss zwischen damals und heute gefunden werden.
Nun kommt mir die kontroverse Frage… viele Kulturen sind irgendwann untergegangen (wenn man sie einfach vor sich hin hat existieren lassen - sprich sie nicht von anderen eingenommen wurden). Wie würde das dann mit unserer werten “westlichen Kultur” aussehen? Wird diese dann in 200 oder 300 Jahren von Asien oder Südamerika hochgepäppelt und bekommt deren Werte zugeführt? Man kann diesen Gedanken ja mal weiterführen, was würde im umgekehrten Fall passieren mit dominierende Sprache, Essenskultur- und Produktion, relgiösen und ethnischen Überzeugungen…