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Egal wo, egal wann - überall wird mit “abnehmen” um sich geworfen. Facebook, Google-Anzeigen, Pop-ups auf allen möglichen Webseiten. Immer mehr Diät-Gurus versuchen sich einen Namen zu machen, immer mehr Bücher mit “dem Geheimnis” kommen auf den Markt. Nehmen wir doch mal alle zusammen - man sollte keine Zucker zu sich nehmen, kein Fett, keine Kohlenhydrate, kein Salz, keine Proteine… Aber Ballasstoffe - immerhin da scheinen sich die, die mir über den Weg gelaufen sind bisher einig zu sein. Außerdem Sport - wenn es auch Diätkuren gibt die ohne Sport zu funktionieren behaupten. Ich hab mir die Zeit genommen und mir durch die Seiten bei Focus-online gelesen. Alle sinnlosen Diättipps, Diät-”Lügen”, unwahre Volksweisheiten, ein Test wie normal oder nicht mein Essverhalten ist, der obligatorische BMI-Rechner, weitere Test zu Energieverbrauch- und umsatz, Artikel mit vielen Bildern die immerhin erklären was sinnvoll ist, was nicht, was sogar gefährlich.
Aufgeworfene Fragen wären: Wieso? - Da Deutschland dick ist (so wie viele andere Industrieländer), und das ungesund ist, Risiken für Herzinfarkte und andere böse Krankheiten (die auf Dauer auch dem Gesundheitssystem schaden) wurde es erst mal von Medizinern angeraten schlank zu sein statt dick - klingt vernünftig. Parallel hat sich das Frauenvorbild Twiggy aus den 60′er Jahren durchgesetzt, gefördert von der Mode- und Werbeindustrie. Herausstehende Hüftknochen, durch das T-Shirt zählbare Rippen und eingesunkene Augen werden uns als schön, sexy, erfolgreich, erstrebens- und begehrenswert verkauft. Überall. In Filmen, Serien, auf Plakaten, selbst in Werbung für Brillen, Schuhe oder Bier schauen uns retuschierte essgestörte Frauen an. Unser Unterbewusstsein wird jeden Tag neu und zunehmend geschunden. Unser Bewusstsein lässt uns dafür auf die Kalorien- und Fettgehaltsangaben auf jeder Verpackung schauen, auf die Waage rennen, uns vergleichen, macht uns schlechte Laune wenn H&M mal wieder Größe 38 zu Größe 40 umettiketiert und wir nicht in die 38′er Hüfthose reinpassen ohne das der Hintern im Sitzen halb frei liegt - und es gibt nach wie vor Größe 32!
Was passiert? Manche Leute sind anfälliger als andere für derartige Einflüsse, speziell Leute mit geringerem Selbstwertgefühl oder/und labiler Psyche. Magersucht kommt durch verschiedene Wege zustande. Medieneinfluss empfinde ich als den schlimmsten weil es ein unnötiges Züchten eines gefährlichen Krankheitsbildes darstellt. Wer schon mal über eine Internetseite von “Pro-Ana” gestolpert ist versteht hoffentlich was ich meine. Da ich diese Inhalte in keinster Weise unterstützen kann bleibt es jedem selbst überlassen Google zu bemühen. Grob zusammengefasst tauschen sich Anorexie-kranke Mädchen und Frauen auf diesen Seiten aus, scheinen ihre Magersucht als eine Art Stärke für sich und Kampf gegen die Außenwelt zusehen, ermutigen und bestärken einander an “Ana” festzuhalten, es gibt 10 Gebote, Fotos von heruntergemagerten Frauen - auch prominenten - in denen die Magersucht als ästhetisch dargestellt wird - als Ziel. Scheinbar geht es teils so weit, dass einige dieser Mädchen/Frauen sich bewusst bis ans Ende hungern: “Ana till the end”
Warum mich das so berührt? Ich bin auch nur ein Mensch und ertappe mich - trotz abgeschafftem Fernsehen und dem Meiden von Hollywoodstreifen, nicht-Lesen von Cosmopolitan und Co - dabei, dass ich schlecht drauf bin wenn ich Hosen anprobiere, mich ärgere wenn ich schlankere Taillen sehe und Diätpläne von normalgewichtigen Mädels teils mit verständnisvollem Kopfnicken hinnehme. Und weil ich Mädchen/Frauen kenne die aus verschiedenten Gründen in dieses Krankheitsbild fallen/fielen! Weil ich finde es reicht; dass es nicht sein kann und darf und man dieses Spiel mit dem Leben umkehren sollte.

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