Archive for July, 2009

11 Minuten (Fortsetzung)

Sunday, July 26th, 2009

Das andere Thema im Buch von Paulo Coelho ist Sex. Die Protagonistin stellt für sich fest, dass der eigentliche Akt gewöhnlich 11 Minuten dauert. Für diese 11 Minuten tun ihre Freier viel und scheinen viel zu bekommen, nicht nur einen Höhepunkt. Diese 11 Minuten kontrollieren erstaunlich viel in unserer Welt. Manche Menschen fliegen in andere Länder, nur um ein paar mal diese 11 Minuten erkaufen zu können. Andere widerum malträtieren sich um in ein Muster zu passen, welches ihnen möglichst oft die besagten 11 Minuten zu bescheren. Warum? Was ist es was wir uns davon versprechen wenn wir viel Sex haben? Anerkennung, Geborgenheit, Nähe, Bestätigung, Lust, Profilierung, Macht… Für jeden ist es wohl etwas anderes und jeder lebt diese 11 Minuten anders aus, empfindet sie anders, tut anderes um sie zu bekommen. Aber wieviel Wert sollten wir ihnen denn beimessen? Uns wird permanent kommuniziert, dass wir sie haben sollten, müssen, wollen. Dass wir dieses haben und jenes tun müssen dafür. Sowohl offen wie auch unterschwellig, mal subtil, mal raffiniert wird es uns ins Unterbewusstsein und Bewusstsein transportiert. Hier wird der ersehnte Sex als Mittel zu Macht missbraucht. Werden Sehnsüchte geweckt, angefacht und ausgenutzt. Wofür? Für Geld. Wofür braucht man Geld? Nach einer Anreihung von Dingen wie Positionen, Statussymbolen, Einfluss etc führt es zu Macht. Immer wieder. Auch Sex führt darauf hin. In gewisser Weise übt man eine gewisse Macht über den Sexualpartner aus. Manche aktiv, andere passiv, manche lassen sich beherrschen, andere wollen lieber die Oberhand haben. Einige tun es bewusst, andere eher unbewusst - spielerisch oder ernsthaft.
Man darf sich nicht zu sehr beeinflussen lassen, nicht verlernen auf die innere Stimme zu hören - die Intuition - die einem zu sagen versucht was gut ist und was nicht. Man muss realisieren können wann etwas zu weit geht, man etwas gar nicht um seiner selbst Willen tut… nicht die Beziehung zum eigenen Ich verlieren und die Macht über sich komplett abgeben. Vor allem nicht in irgendeiner Form in Abhängigkeit geraten, gerade wenn es um Sex geht. Missbrauch muss nicht mit Gewalt einhergehen und auch nicht unbedingt vom anderen ausgehen. Wer nicht mehr auf sich selbst hört lässt sich passiv und gewaltlos missbrauchen, macht andere zu seinen “Schuldigen” ohne, dass diese es vielleicht wissen.

11 Minuten

Sunday, July 26th, 2009

Paulo Coelhos Buch “11 Minuten” handelt vom Leben einer Prostituierten die sich sehr intensiv mit den Themen Liebe und Sex beschäftigt. Dass Liebe vielleicht dadurch wahre Liebe ist, wenn man bedingungslos liebt, egal ob ein Ende absehbar ist. Wird Liebe eventuell dadurch “makellos”, indem man sie nicht überstrapaziert indem man dem anderen etwas abverlangt. Weil nämlich der andere beginnt sich zu verändern - oder auch man selbst - sobald man zu große Veränderungen verlangt? Man irgendwann nicht mehr die geliebte Person in dem Menschen an seiner Seite erkennen kann?Ist es also womöglich besser, in dem Moment dem eigentlichen Miteinander ein Ende zu setzen wenn das Anfang vom Ende winkt? Weil dadurch wenigstens die Erinnerung unbelastet ist und man sich nie an ein stark belastetes Ende erinnern muss?
Vielleicht wäre das einfach… aber wo würde das hinführen? Kurzweilige intensive Liebesbeziehungen, niemand nimmt mehr Kompromisse und Risiken auf sich. Keiner ist bereit durch eine Krise zu gehen und Probleme zu bewältigen. Wo hört die Romantik auf und wo fängt - ja was eigentlich??? - an? Es muss nicht Vernunft sein - denn manchmal ist es auch vernünftig beizeiten einen Schlußstrich zu ziehen. Ist es Verantwortung? Aber wem oder was gegenüber? Diese Überlegung lässt sich jetzt mit jedem Wertebegriff unserer Gesellschaft weiterführen, allerdings denke ich, dass Verantwortung der Sache am nächsten kommt. Verantwortung sich selbst gegenüber. Für manche ist es einfacher abzubrechen, weniger schmerzhaft. In diesem Fall gebietet die Verantwortung sich selbst gegenüber wohl eher mit der glücklichen Erinnerungen weiter zu machen. Aber wenn jemand glaubt die wahre Liebe gefunden zu haben, wird dieser Mensch in den meisten Fällen opferbereit sein - aus Verantwortung sich selbst gegenüber. Denn wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit eine verwandte Seele zu finden - und zu halten?