Pretentious

October 29th, 2009

Ausgehen = sehen und gesehen werden? Je nachdem wo  man hingeht stimmt die Gleichung… auf Elektro Partys einer bestimmten Gruppe von Studenten: der Typ der ganz cool eine Zigarette auf der Tanzfläche raucht obwohl es utnersagt ist - und sich ganz offensichtlich ober-geil dabei vorkommt. Auf dem Podest die Mädels die grad mal alt genug sind um Tampons zu benutzen - und deren Kleider kürzer sind als mein Schlaf-Shirt - man(n) soll ja wissen worauf er sich einlässt… die demonstrativen Trinker, die gepushten Dekoltées, aufgesetztes Lächeln, unechte Posen - und das alles… wofür? Meine Vermutung “to get laid”… aber vielleicht denke ich ja nur zu schlecht von den jungen Leuten die mir hier so oft auf gewissen Events begegnen und deretwegen ich froh bin mich um den Eintritt gemogelt zu haben, weil ich nach einer Stunde die Nase so gestrichen voll hatte, das ich ausgenüchtert und enttäuscht nach Hause gefahren bin, mir wünschend dass ich mir in der Bar mit meiner Freundin noch einen geschallert hätte - wär lustiger gewesen.

Perfektion

October 29th, 2009

Für viele ist alles eine Suche - die Suche nach dem perfekten Gefühl, dem perfekten Moment, dem perfekten Zustand. Alles wird darauf ausgerichtet, alles erzwungen, darauf hin gearbeitet. Nichts ist gut genug, nicht nahe genug dran. Und wenn etwas dann mal dicht dran war ist danach nichts mehr ausreichend, es fehlt etwas und im Hinterkopf bleibt der Gedanke, dass es doch besser war… dort, damals…
Aber das perfekte ist die Verdänglichkeit von Situationen und Momenten, denn je länger er anhalten würde, desto mehr würden wir Makel daran erkennen, uns langweilen und nicht mehr so glücklich sein wie zu Beginn.  Der Hintergrund? Das Leben ist kein Zustand, unsere Persönlichkeiten sind nicht fest -gefestigt vielleicht irgendwann - aber solange wir uns entwickeln tun das auch unsere Bedürfnisse. Sie sind nicht ewig dieselben und egal wie gut ein Zustand ist, eines Tages wachen wir auf und er ist nicht mehr perfekt - und dann müssen wir etwas tun um das zu ändern. Die Kunst ist im Moment zu leben, nicht immer dem gestern nachzutrauern sondern jetzt genießen und sich auf das morgen freuen. Denn was vergangen ist kommt nicht nochmal - vor allem nicht genau so wie es mal war, weil sich nicht nur man selber sondern alles andere um einen herum verändert. Dafür kommt anderes das genauso aber eben anders schön ist.

ehrlich sein

October 2nd, 2009

“Ehrlichkeit” … eine Eigenschaft die viele Menschen als wichtig angeben wenn sie gefragt werden was ihnen beim gegenüber oder in Beziehungen wichtig ist. Aber wieviele von uns können zu sich selber ehrlich sein? Oder andersrum; wieso können wir es nicht? Was hindert uns daran? Gefühle, Vernunft, unser Umfeld? Manchmal wäre es für uns besser uns gewisse Dinge, Gefühle, einzugestehen aber aufgrund von anderen Gefühlen, Ängsten, oder unserem Umfeld können oder wollen wir es nicht. Wir müssen lernen zu verstehen, dass “Die Angst  vor dem verletzt werden mehr weh tut als der Schmerz verletzt worden zu sein”.  Dass wir uns viel mehr schaden, wenn wir nicht auf uns und unser Inneres hören.
Das kann auch dazu führen, dass wir uns auf einmal in unserem Lebensstil nicht mehr wohl fühlen, uns nichts mehr gefällt und wir nicht wissen wieso. Wegrennen oder sich hineinzwingen sind keine Lösungen - nicht mal ansatzweise. Das einzige was uns von dem Unwohlsein, was uns befallen hat, befreit ist ehrlich zu uns selbst sein.  Auch wenn wir uns vielleicht vor einer komplizierteren Phase, Aufgabe oder was-auch-immer sehen, es wird sich irgendwann als befreiend und richtig herausstellen und ein gewisser Druck und das Unwohlsein wird abfallen.

Was hindert uns daran anderen gegenüber ehrlich zu sein? Wir fürchten Einbußen - für uns und für andere. Wir haben Angst andere zu verletzen, dass sich jemand von uns abwenden könnte, denn es müssen beide Parteien mit dieser Ehrlichkeit richtig umgehen können. Manchmal scheint es uns unmöglich jemandem die Wahrheit zu sagen, dann müssen wir lernen sie uns selbst einzugestehen und den Grund für das Verschweigen - und selber damit umgehen. Aber auch das selber eingestehen ist schon fast der größte Schritt, weil es für unsere persönliche Entwicklung das Wichtigste ist, da es uns ermöglicht uns mit etwas zu befassen und wieder mit uns selbst zurecht zu kommen.

11 Minuten (Fortsetzung)

July 26th, 2009

Das andere Thema im Buch von Paulo Coelho ist Sex. Die Protagonistin stellt für sich fest, dass der eigentliche Akt gewöhnlich 11 Minuten dauert. Für diese 11 Minuten tun ihre Freier viel und scheinen viel zu bekommen, nicht nur einen Höhepunkt. Diese 11 Minuten kontrollieren erstaunlich viel in unserer Welt. Manche Menschen fliegen in andere Länder, nur um ein paar mal diese 11 Minuten erkaufen zu können. Andere widerum malträtieren sich um in ein Muster zu passen, welches ihnen möglichst oft die besagten 11 Minuten zu bescheren. Warum? Was ist es was wir uns davon versprechen wenn wir viel Sex haben? Anerkennung, Geborgenheit, Nähe, Bestätigung, Lust, Profilierung, Macht… Für jeden ist es wohl etwas anderes und jeder lebt diese 11 Minuten anders aus, empfindet sie anders, tut anderes um sie zu bekommen. Aber wieviel Wert sollten wir ihnen denn beimessen? Uns wird permanent kommuniziert, dass wir sie haben sollten, müssen, wollen. Dass wir dieses haben und jenes tun müssen dafür. Sowohl offen wie auch unterschwellig, mal subtil, mal raffiniert wird es uns ins Unterbewusstsein und Bewusstsein transportiert. Hier wird der ersehnte Sex als Mittel zu Macht missbraucht. Werden Sehnsüchte geweckt, angefacht und ausgenutzt. Wofür? Für Geld. Wofür braucht man Geld? Nach einer Anreihung von Dingen wie Positionen, Statussymbolen, Einfluss etc führt es zu Macht. Immer wieder. Auch Sex führt darauf hin. In gewisser Weise übt man eine gewisse Macht über den Sexualpartner aus. Manche aktiv, andere passiv, manche lassen sich beherrschen, andere wollen lieber die Oberhand haben. Einige tun es bewusst, andere eher unbewusst - spielerisch oder ernsthaft.
Man darf sich nicht zu sehr beeinflussen lassen, nicht verlernen auf die innere Stimme zu hören - die Intuition - die einem zu sagen versucht was gut ist und was nicht. Man muss realisieren können wann etwas zu weit geht, man etwas gar nicht um seiner selbst Willen tut… nicht die Beziehung zum eigenen Ich verlieren und die Macht über sich komplett abgeben. Vor allem nicht in irgendeiner Form in Abhängigkeit geraten, gerade wenn es um Sex geht. Missbrauch muss nicht mit Gewalt einhergehen und auch nicht unbedingt vom anderen ausgehen. Wer nicht mehr auf sich selbst hört lässt sich passiv und gewaltlos missbrauchen, macht andere zu seinen “Schuldigen” ohne, dass diese es vielleicht wissen.

11 Minuten

July 26th, 2009

Paulo Coelhos Buch “11 Minuten” handelt vom Leben einer Prostituierten die sich sehr intensiv mit den Themen Liebe und Sex beschäftigt. Dass Liebe vielleicht dadurch wahre Liebe ist, wenn man bedingungslos liebt, egal ob ein Ende absehbar ist. Wird Liebe eventuell dadurch “makellos”, indem man sie nicht überstrapaziert indem man dem anderen etwas abverlangt. Weil nämlich der andere beginnt sich zu verändern - oder auch man selbst - sobald man zu große Veränderungen verlangt? Man irgendwann nicht mehr die geliebte Person in dem Menschen an seiner Seite erkennen kann?Ist es also womöglich besser, in dem Moment dem eigentlichen Miteinander ein Ende zu setzen wenn das Anfang vom Ende winkt? Weil dadurch wenigstens die Erinnerung unbelastet ist und man sich nie an ein stark belastetes Ende erinnern muss?
Vielleicht wäre das einfach… aber wo würde das hinführen? Kurzweilige intensive Liebesbeziehungen, niemand nimmt mehr Kompromisse und Risiken auf sich. Keiner ist bereit durch eine Krise zu gehen und Probleme zu bewältigen. Wo hört die Romantik auf und wo fängt - ja was eigentlich??? - an? Es muss nicht Vernunft sein - denn manchmal ist es auch vernünftig beizeiten einen Schlußstrich zu ziehen. Ist es Verantwortung? Aber wem oder was gegenüber? Diese Überlegung lässt sich jetzt mit jedem Wertebegriff unserer Gesellschaft weiterführen, allerdings denke ich, dass Verantwortung der Sache am nächsten kommt. Verantwortung sich selbst gegenüber. Für manche ist es einfacher abzubrechen, weniger schmerzhaft. In diesem Fall gebietet die Verantwortung sich selbst gegenüber wohl eher mit der glücklichen Erinnerungen weiter zu machen. Aber wenn jemand glaubt die wahre Liebe gefunden zu haben, wird dieser Mensch in den meisten Fällen opferbereit sein - aus Verantwortung sich selbst gegenüber. Denn wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit eine verwandte Seele zu finden - und zu halten?

Viel und Nichts

May 8th, 2009

Zeiten im Leben sind so unterschiedlich. Manchmal sind sie traurig, melancholisch… und man weiß soviel zu sagen, schreiben. Und manchmal sind sie so schön, packend, emotionsgeladen, dass einem die Worte fehlen. Ist es so gut weil man einfach nur treibt, kaum Pflichten hat, viel sieht, lernt, erlebt? Könnte man sein ganzes Leben in diesem haltlosen Zustand verbringen? Oder liegt der Zauber in der Vergänglichkeit, lässt einen dieses Bewusstsein alles mehr genießen? Eigentlich wären alle Eindrücke, Gefühle, Gedanken so zahlreich, dass Seiten damit gefüllt werden könnten - aber kein Satz lässt sich formulieren, Worte können nichts beschreiben.

Feed me

March 21st, 2009

Egal wo, egal wann - überall wird mit “abnehmen” um sich geworfen. Facebook, Google-Anzeigen, Pop-ups auf allen möglichen Webseiten. Immer mehr Diät-Gurus versuchen sich einen Namen zu machen, immer mehr Bücher mit “dem Geheimnis” kommen auf den Markt. Nehmen wir doch mal alle zusammen - man sollte keine Zucker zu sich nehmen, kein Fett, keine Kohlenhydrate, kein Salz, keine Proteine… Aber Ballasstoffe - immerhin da scheinen sich die, die mir über den Weg gelaufen sind bisher einig zu sein. Außerdem Sport - wenn es auch Diätkuren gibt die ohne Sport zu funktionieren behaupten. Ich hab mir die Zeit genommen und mir durch die Seiten bei Focus-online gelesen. Alle sinnlosen Diättipps, Diät-”Lügen”, unwahre Volksweisheiten, ein Test wie normal oder nicht mein Essverhalten ist, der obligatorische BMI-Rechner, weitere Test zu Energieverbrauch- und umsatz, Artikel mit vielen Bildern die immerhin erklären was sinnvoll ist, was nicht, was sogar gefährlich.
Aufgeworfene Fragen wären: Wieso? - Da Deutschland dick ist (so wie viele andere Industrieländer), und das ungesund ist, Risiken für Herzinfarkte und andere böse Krankheiten (die auf Dauer auch dem Gesundheitssystem schaden) wurde es erst mal von Medizinern angeraten schlank zu sein statt dick - klingt vernünftig. Parallel hat sich das Frauenvorbild Twiggy aus den 60′er Jahren durchgesetzt, gefördert von der Mode- und Werbeindustrie. Herausstehende Hüftknochen, durch das T-Shirt zählbare Rippen und eingesunkene Augen werden uns als schön, sexy, erfolgreich, erstrebens- und begehrenswert verkauft. Überall. In Filmen, Serien, auf Plakaten, selbst in Werbung für Brillen, Schuhe oder Bier schauen uns retuschierte essgestörte Frauen an. Unser Unterbewusstsein wird jeden Tag neu und zunehmend geschunden. Unser Bewusstsein lässt uns dafür auf die Kalorien- und Fettgehaltsangaben auf jeder Verpackung schauen, auf die Waage rennen, uns vergleichen, macht uns schlechte Laune wenn H&M mal wieder Größe 38 zu Größe 40 umettiketiert und wir nicht in die 38′er Hüfthose reinpassen ohne das der Hintern im Sitzen halb frei liegt - und es gibt nach wie vor Größe 32!
Was passiert? Manche Leute sind anfälliger als andere für derartige Einflüsse, speziell Leute mit geringerem Selbstwertgefühl oder/und labiler Psyche. Magersucht kommt durch verschiedene Wege zustande. Medieneinfluss empfinde ich als den schlimmsten weil es ein unnötiges Züchten eines gefährlichen Krankheitsbildes darstellt. Wer schon mal über eine Internetseite von “Pro-Ana” gestolpert ist versteht hoffentlich was ich meine. Da ich diese Inhalte in keinster Weise unterstützen kann bleibt es jedem selbst überlassen Google zu bemühen. Grob zusammengefasst tauschen sich Anorexie-kranke Mädchen und Frauen auf diesen Seiten aus, scheinen ihre Magersucht als eine Art Stärke für sich und Kampf gegen die Außenwelt zusehen, ermutigen und bestärken einander an “Ana” festzuhalten, es gibt 10 Gebote, Fotos von heruntergemagerten Frauen - auch prominenten - in denen die Magersucht als ästhetisch dargestellt wird - als Ziel. Scheinbar geht es teils so weit, dass einige dieser Mädchen/Frauen sich bewusst bis ans Ende hungern: “Ana till the end”
Warum mich das so berührt? Ich bin auch nur ein Mensch und ertappe mich - trotz abgeschafftem Fernsehen und dem Meiden von Hollywoodstreifen, nicht-Lesen von Cosmopolitan und Co - dabei, dass ich schlecht drauf bin wenn ich Hosen anprobiere, mich ärgere wenn ich schlankere Taillen sehe und Diätpläne von normalgewichtigen Mädels teils mit verständnisvollem Kopfnicken hinnehme. Und weil ich Mädchen/Frauen kenne die aus verschiedenten Gründen in dieses Krankheitsbild fallen/fielen! Weil ich finde es reicht; dass es nicht sein kann und darf und man dieses Spiel mit dem Leben umkehren sollte.

Ethnozentrismus

February 22nd, 2009

Ethnozentrismus ist die Beurteilung anderer Völker und Kulturen vom Standpunkt der eigenen Kultur und der mit ihr verbundenen Wertmaßstäbe aus. Ethnozentrisch ist der “normale” Standpunkt des Alltagsmenschen und andere Kulturen werden als Abweichungen klassifiziert.[...] (www.fremdwort.de)
Im Kleinen führt er zu Verständnislosigkeit wieso in Afrika mit der rechten Hand gegessen wird und niemals die linke für bestimmte Dinge verwendet wird. Wieso es in bestimmten Ländern eher ungehörig ist fremden Menschen zuzulächeln (in einigen asiatischen Ländern ist das weniger Freundlichkeit, dort tun soetwas eher Prostituierte), auch zu Aussagen wie “lern mal anständig deutsch” - Dinge die einem immer ferner liegen wenn man sich mit der Thematik und den Hintergründen auseinandersetzt, was auch mit längeren Aufenthalten in anderen Ländern kommt und man sich vielleicht auch innerhalb des ach-so-heimischen Europa zeitweilen verloren oder ausgeschlossen fühlt - wie geht es dann erst Menschen die aus anderen Kulturkreisen kommen und die nicht nur eine begrenzte Zeit dort verbringen müssen/wollen?

Im Großen… Der europäische und US-amerikanische Ethnozentrismus hat die moderne Welt wohl am stärksten geprägt. Angefangen bei Weltkarten auf denen Europa in der Mitte liegt, westlich davon der amerikanische Kontinent, östlich davon Asien. Von dieser Karte ausgehend werden auch die Regionen dieser Welt betitelt - naher Osten, Fernost, westliche Welt… Würde man nun jedoch eine andere Ansicht wählen (Der Insel-Staat Hawai’i hat in den 1990′ern mit einer Weltkarte geworben in welcher Hawaii im Zentrum liegt - östlich davon der amerikanische Kontinent, westlich davon der asische) würden sich diese Betrachtungweisen zwangsläufig verschieben…
Die sogenannte westliche Welt hat auch fleißig alles was sie für gut erachtet überall hin “exportiert” - Zeitumstellung, Essenskultur (angefangen bei Coca-Cola über Fast-Food bis hin zu Milchprodukte nach Asien), Massentierhaltung mit Mast zur Effizienzsteigerung und wer weiß was noch. Und wieso? Weil viele Leute aus den europäischen und Nordamerkanischen Staaten ihre eigene Kultur für überlegen und besser halten und mit dieser unangebrachten Missionierungswut die “Ökosysteme” der beglückten Länder eher durcheinander bringt als verbessert. Dafür gibt es ja jetzt widerum Hilfsprojekte und Organisationen die den glorreichen Kreuzzug der westlichen Welt mühsam wieder rückgängig zu machen bzw eine bessere Lösung zu finden versuchen - denn der Einfluss besteht nunmal und wird auch bleiben - also muss für die betroffenen Länder ein Kompromiss zwischen damals und heute gefunden werden.
Nun kommt mir die kontroverse Frage… viele Kulturen sind irgendwann untergegangen (wenn man sie einfach vor sich hin hat existieren lassen - sprich sie nicht von anderen eingenommen wurden). Wie würde das dann mit unserer werten “westlichen Kultur” aussehen? Wird diese dann in 200 oder 300 Jahren von Asien oder Südamerika hochgepäppelt und bekommt deren Werte zugeführt? Man kann diesen Gedanken ja mal weiterführen, was würde im umgekehrten Fall passieren mit dominierende Sprache, Essenskultur- und Produktion, relgiösen und ethnischen Überzeugungen…

20-something

February 16th, 2009

Pubertät ist wenn die Eltern anfangen schwierig zu werden - und Erwachsen werden ist wenn das Leben anfängt schwierig zu werden. Die Pubertät ist wenn sich ein Mensch mit seinen Eltern auseinandersetzt, mit seiner Sexualität, und (normalerweise) beginnt sich mit dem anderen (oder auch eigenen) Geschlecht auseinander zu setzen. Viele Eindrücke, verzerrt durch unkontrollierte Hormonstöße, losgetretene “Emotionslawinen” denen sich der Jugendliche ausgesetzt sieht, was oft zu Konflikten und Ärger - meist mit den Eltern - führt.
Die darauffolgende Phase ist eigentlich noch viel komplizierter - für den Menschen selbst. Die Eltern sind jetzt eigentlich fein raus, müssen eventuell moralischen (und finanziellen) Beistand leisten und gut dosiert und wohl gemeint eigene Erfahrungen anbringen um den heranwachsenden Zögling vor dem Schlimmsten zu bewahren. In dieser Phase fängt bei vielen jungen Erwachsenen die Suche nach dem Selbst erst wirklich an. Wo steht man im Leben, was war, was ist, was kommt - und will man das so??? Selbstreflektion und Selbstverwirklichung treten in den Vordergrund, konkurrieren mit Gesellschaftsdruck sich einzuordnen, “den Zug nicht zu verpassen”. Hin und her gerissen zwischen Familiensinn, Fernweh und einem Gefühl von “da ist noch was anderes” muss man zwischen unendlich vielen Möglichkeiten abwägen. Dazu kommen Gefühle. Unleugbar war doch jeder schon verliebt, ist es, möchte jemanden bestimmten bei sich haben, ist vielleicht zwischen dem einen und dem anderen hin- und hergerissen, ist vielleicht in einer Bindung die für immer halten kann und denkt sich “war es das schon? gibt es mehr? gibt es was besseres?” - und dieses Gefühl überfällt wiederum auch einige die schon früher mit arbeiten angefangen haben und sich nun denken “will ich den Rest meines Lebens so weitermachen?” - Dieses unterbewusste Weichenstellen von Karriere, Partnerschaft und eigener Persönlichkeit ist kompliziert, langwierig und miteinander verwoben. Ist man eventuell bereit Abstriche zu machen? Welchen Wert will man welchem bereich seines Lebens zuteilen? Welches dieser Bereiche ist man sich ernsthaft sicher? Will ich mit diesem Beruf weitermachen? Liebe ich diesen Menschen bzw könnte ich mir vorstellen, dass ich bei diesem Menschen bleiben will? Ist mir das Reisen wichtig oder will ich lieber für ein Jahr in einem bestimmten Land gelebt und gearbeitet haben? Was ist vereinbar, was erfordert Prioritätensetzung - in kaum einem Lebensabschnitt sind Entscheidungen so sehr mit Nachwirkungen und Unsicherheit verbunden wie diesem - Leben als 20-something.

Zeichen oder Zufall

February 10th, 2009

Es passieren einem manchmal Dinge bei denen man sich fragt, wieso gerade jetzt? oder, warum mir? Warum kackt die Internetverbindung gerade dann ab wenn ein hinterhergeworfener Kommentar den vorherigen Satz entschärfen würde? Wieso gerade dann wenn man drigend auf eine Mail wartet? Weil es in dem Moment vielleicht sogar besser ist? Weil es einem etwas zeigen oder beweisen soll?
Man verpasst die Bahn und trifft dafür jemanden wieder den man lange nicht gesehen hat - Zufall oder Fügung? Oder wenn einem nichts passiert weil man etwas später ist… ist man dann vielleicht etwas negativem entgangen? Muss ja nicht gleich ein Autounglück oder ein Flugzeugabsturz sein…
Wenn man krank wird und etwas verpasst was eigentlich wichtig ist - aus irgendwelchen Gründen - soll sich daraus eine Situation ergeben aus der man neue Erkenntnisse gewinnt? Über sein Umfeld oder auch sich selber?
Rational lässt sich sowieso nichts erklären, also sollte man Chancen nutzen die sich auftun und sich vor Augen halten, dass alles einen Sinn hat was einem passiert - man erkennt es oft nicht gleich, aber irgendwann.