January 11th, 2009
Die Rote Armee Fraktion - RAF - als Dokumentar-Spielfilm im Kino. Ein interessanter Film, der einem die Geschichte etwa so vermittelt, als wären da einige Idealisten gewesen die etwas ändern wollten - die gibt es immer. Aber diese haben etwas unternommen und wurden übermütiger und radikaler, bis sie sich schließlich in etwas hineingesteigert haben, vermutlich weil sie nicht wahrhaben wollten, dass es so nicht funktioniert.
Gehen wir mal zu den Anfängen zurück; wer geht heute noch “auf die Straße” - in den Klischee-Vorstellungen v.a. Punks und Rechte. Aber fragen wir mal anders: WO gehen die Leute auf die Straße oder organisieren sich derartig? Eigentlich viel eher in Ländern in denen es sozial und wirtschaftlich nicht gut läuft - zumindest was Frequenz und Masse angeht. Es scheint, als wäre dort der Idealismus noch größer. Oder liegt es vielleicht eher daran, dass die Leute dort mehr Hoffnung haben - mehr Hoffnung als die Chance, dass es in absehbarer Zeit ernstzunehmende Verbesserungen gibt? Besteht der Zusammenhang darin, dass man sich weniger hilflos fühlt, wenn man aktiv ist?
Oder, was ist dann andersherum der Grund, dass derartiger Aktionismus rückläufig ist in Deutschland? Interesse? Andere Probleme - und was für welche? Luxusprobleme? Ein etwas größerer Egoismus vielleicht… Oder geht es uns nicht “schlecht genug?” Aber in den 60ern und 70ern ging es den leuten ja auch nicht schlecht - hatten Menschen damals dann einfach mehr Interesse, Zeit, Altruismus? Oder liegt es vielleicht an der wirtschaftlichen Lage, dass die Menschen “gerade erst” in die Problematik hingeraten z.B. um den Job kämpfen zu müssen, Rechnungen nicht bezahlen zu können? Oder sind die Menschen einfach nur zu bequem, zu sehr “Stock im A****” ?
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January 4th, 2009
Etwas vermissen ist eigentlich ein seltsames Phänomen. Vermissen bedeutet, dass man etwas (zurück) möchte was momentan nicht präsent ist. Einen Gegenstand, eine Person, ein Gefühl, einen Zustand.
Ähnlich lässt sich auch Sehnsucht beschreiben (wenn die Seele Hunger hat) - man wünscht sich etwas herbei was man braucht - aus emotionalen Gründen welche verschieden sein können, gewöhnlich aber mit Liebe und Geborgenheit zu tun haben.
Wenn man also jemanden vermisst, sich nach der Person sehnt - hat das dann nicht vielleicht den Hintergrund, dass man das gute Gefühl, die schönen Momente und Situationen zurück möchte die man mit diesem Menschen verbindet? Vermisst man dann womöglich nicht speziell einen Menschen sondern eher ein Gefühl, welches einem diese Person einmal geben konnte und folglich ist es weniger ein Vermissen von etwas konkretem sondern eher ein diffuses Sehnen nach diesem Zustand geliebt zu werden und geborgen zu sein?
Wenn so einfach wäre sich diese Gefühle zu erklären wäre vieles sicherlich einfacher - aber eigentlich ist alles sehr viel komplexer. Wenn ein Blick, ein paar Worte, eine Erinnerung jede Rationalität aus dem Bewusstsein drängen glaube ich - zumindest in diesem Moment - daran, dass es etwas anderes ist als ein generelles Gefühl, welches man eher “wahllos” auf eine Person projeziert, sondern an etwas wie Verbundenheit vielleicht auch Bestimmung - wenn man es nur richtig zuzuordnen und zu deuten weiss.
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January 3rd, 2009
Über etwas erhaben sein, Dinge nicht an sich heran lassen, Distanz wahren - alles blabla.
Ich ziehe den Hut vor Menschen die es wirklich, ehrlich, Hand aufs Herz und tatsächlich schaffen - aber wisst ihr was? Ich glaub’s trotzdem nicht.
Man kann Dinge verdrängen, leugnen, taub sein, abgestumpft - aber irgendwann kommt alles raus.
Wenn man den Kopf voll anderer - essentiellerer, existenziellerer - Dinge hat, ist einfach kein Raum für manche Gedanken. Ich schätze das ist emotionaler Selbstschutz weil man sonst, salopp gesagt, durchdreht. Aber wenn diese Probleme gelöst sind, oder weniger werden, ist wieder Raum für Gedanken über “Luxusprobleme”.
Manches schwelt auch unter der Oberfläche des Bewusstseins bis man damit (wieder) in Berührung kommt - und dann kann sich das wie ein Faustschlag anfühlen. Wenn viele solche Erlebnisse innerhalb kurzer Zeit zusamenkommen fährt der Kopf Karusell weil all die blockierenden Keile heraus sind und sich alles unerwartet viel zu schnell in Bewegung setzt… und dann ist man hoffnungslos verwirrt, irritiert, haltlos… schwankt auf dem eingebildeten Podest der Erhabenheit, weiß nicht wohin mit den Emotionen - Sehnsucht, Einsamkeit, Erinnerung, Liebe, Enttäuschung, Wut, Verwirrung, Ärger, Glücksgefühle - die alle auf einmal wieder da sind, nachdem sie so lange einer kraftlosen Leere Platz gemacht hatten.
Und am meisten frage ich mich jetzt - was bezieht sich worauf ??? Für welche Situation, für welchen Menschen, welches Ereignis ist welches dieser Gefühle bestimmt? Als hätte man über Monate immer wieder Druckaufträge an den Drucker gesendet dessen Patrone leer war - jetzt ist die ausgetauscht und fängt an alles wild zu drucken - aber man weiß nicht mehr an welchem Tag man welches Dokument gedruckt hat…
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December 24th, 2008
Jeder Mensch vesucht mit seinem Verhalten und wie er sich nach außen gibt ein Bild von sich aufzubauen. Die Motivation ist bei den einen mehr, bei den anderen minder nachvollziehbar.
Gibt es eine Intention wenn ein Mensch seiner Umwelt immer wieder unter die Nase reibt wie einfach alles für ihn ist - Lernerfolg trotz schwindend geringem Aufwand, Gesundheit, Zufriedenheit, vom Glück geküsst, keine Sorgen wegen Geld, Familie, Zukunft? Keine Frage ich gönne es anderen Menschen - und jetzt das Aber: Ich will nicht jedes Mal erzählt bekommen wie einfach das Leben es manchen Leuten macht mit Finanzen, Gesundheit, familiären Umständen und Faulheit die mit guten Noten belohnt wird wenn ich gerade einen Marathon von jeden zweiten Tag ohne Pause durcharbeiten und Nachts lernen hinter mich zu bringen versuche und nebenbei noch Scherereien mit dem Amt für Ausbildungsförderung und ähnliche Späße austrage. Ist dieses permanente Breittreten eine Form von Arroganz? Versucht dieser Mensch mit persönlichen emotionalen Problemen zurecht zu kommen indem er laut ausspricht was er alles im Leben hat - und fühlt sich eine solche Person besser wenn sie das in Gegenwart anderer tut? Kann man solchen Leuten sagen, dass sie rücksichtslos sind; etwas mehr Feingefühl an den Tag zu legen lernen sollten? Oder einfach weiter lächeln und ignorieren? Vermutlich muss man abwägen was den geringeren Schaden anrichtet, gemessen am Gesamtwert den man dieser zwischenmenschlichen Relation beimisst.
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December 5th, 2008
Manche Situationen werden zum immer wieder kehrenden Déjà-vu. Und immer wieder fragt man sich - wieso weshalb warum komm ich immer wieder in so eine Sch***-Situation? Um daraus zu lernen.
Wunderbar - aber das dauert… Z.b. muss man lernen über den eigenen Schatten zu springen, mal was preiszugeben - schließlich sind wir nicht im Kindergarten - offen und ehrlich zu reden, sein Recht einzufordern - ja man hat ein Recht darauf - auf Antworten, auf Ehrlichkeit und wertschätzende Behandlung! Dann merkt man auch mal, dass es gar nicht so schlimm ist mal was zuzugeben, sich mal in die “schwächere” Position zu begeben weil man zuerst sagt was Sache ist - aber man hat Klarheit. Ob man dann vielleicht nicht mehr in solche Situationen kommt? Wäre schön… gut möglich, dass man dann von vornherein einige Unannehmlichkeiten vermeiden kann.
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November 13th, 2008
Ein Geschichte die das Leben schreibt: Neulich saß ich am Rechner um zu lernen und habe mich mit Keksen motiviert. Diese Kekse sind - äußerst umweltfreundlich - immer zu dreien in Plastikfolie eingepackt - davon dann mehrere in einer Schachtel. Ich aß also gedankenverloren den dritten und letzten Kekse um zu bemerken, dass da noch ein vierter (!) Keks in dem Päckchen ist! Und obwohl dieser vierte Keks überall drin ist und genauso schmeckt wie die anderen, hab ich ich mich saumäßig darüber gefreut - weil ich nicht damit gerechent hatte! Was will ich damit sagen? Es gibt immer etwas Neues, Schönes, Unverhofftes worüber man sich freuen kann, man muss es nur finden - oder um eine neue Redensart zu prägen: “Es gibt immer einen vierten Keks!”
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October 22nd, 2008
Immer wieder herzerfrischend sind Spam-Comments in einem Blog - heute hab ich einen sehr neckischen ausgewählt:
Hey!
Do you have secrets? ;)
pls write me
Geheimnisse haben wir doch alle, oder? Oder auch einfach Dinge über die wir nicht reden - oder nicht mit jedem… weil’s die Leute einfach nichts angeht.
Es gibt auch immer mal wieder den Satz “Mit dem/der würd ich gern tauschen” oder “Der/Die hat’s gut” - und warum denken wir das? Weil wir den Menschen nicht kennen. Jeder - oder wenigstens 90% der Menschheit - hat seine Probleme. Die können sich über familiäres, finanzielles, gesundheitliches, partnscherschaftliches oder genrell zwischenmenschliches erstrecken. Probleme im Job, chronische Krankheit, kranke Eltern oder Kinder, Schulden, etc.
Man sollte nie “mit jemandem tauschen” wollen - denn jeder hat sein Päckchen, wir sehen es nur nicht bei jedem. Mal ist es größer mal ist es kleiner. Aber wenn man sich den Problemen stellt werden sie weniger und sind irgendwann gelöst -dann kommen zwar neue - aber die “Menge an Problemen” ist geringer und damit zu bewältigen.
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September 21st, 2008
Veränderungen sind gut, wichtig, notwendig - bringen uns voran. Und manchmal ändert sich ganz viel auf einmal - Dinge die eigentlich jahrelang gut waren wie sie eben waren. Eines Tages wacht man auf und sagt sich “jetzt”. Dann geht man los und bewirbt sich ins Ausland, schneidet sich die Haare ab, trennt sich, kauft sich bunte statt schwarzer Kleidung und singt sich das Gänseblümchen-Lied vor anstatt sich wegen jedem Quatsch aufzuregen. Im weiteren Verlauf ändert man noch die Lebenseinstellung - Lifesux (wie auch das Blog über Jahre hieß) ist prinzipiell nicht schlecht… vom Klang… aber die negative Affirmation ist ja eigentlich auch unnötig. Zum Schluss freundet man sich dann noch mit der Spinne vor dem Fenster an, tauft sie Erna und geht ab jetzt furchtlos durchs Leben (sogar wenn’s draußen dunkel ist) - denn: Das Leben ist nur so schlecht wie man es sich einredet!
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September 2nd, 2008
Alter wird in unserer Gesellschaft allgemein überbewertet. Geld auch. Macht ebenfalls. Erst Recht die Meinung anderer.
Es ist doch für mich absolut unerheblich, was mein Kommilitone von mir denkt - hauptsache er versucht mich nicht von irgendwas zu überzeugen was er als mein Allheil einschätzt. Wie ich meine Zeit verbringe sollte ich nicht an Erwartungen von Gesellschaft oder Freunden bewerten oder ausrichten. Wenn ich gerade müde bin geh ich - wenn ich keine Lust habe in die USA zu fliegen lass ich’s - man muss so viel gesehen, getan, gemacht, gelesen, … haben - das schafft man ohnehin nie im Leben. Wieso tun wir Dinge die wir nicht tun wollen, hinter denen wir nicht stehen, die vielleicht auch gar nicht als richtig erachtet werden sollten? Geld. Der Mensch hat es erfunden - nun ist es wie eine Sucht - jeder hat es, will es, braucht es, und will immer mehr davon. Ein hoher Preis für ein einheitliches Zahlungsmitteln auf einem “einheitlichen” Markt. Hat man es nicht sieht man alt aus, hat man zuviel davon verdirbt es den Charakter (?) …
Alt sein ist scheiße, altern schrecklich, Altersunterschiede können Barrieren und Hindernisse sein. Man ist zu jung - bis man 18 ist - man ist zu alt über 30, über 40 und auf jeden Fall ab 50 - Tatsache? Nur in unseren Köpfen? Über 30 Studieren gehen - zu alt. Vor 18 Auto fahren - zu jung. Über 25 rumreisen - zu alt. Wer legt das fest? Irgend jemand der angesch*** kommt und etwas verzapft? Oder malt? Oder “kreiert”? Mode, Werbung, Literatur, Musik, Kunst? Einer fängt’s an und der Rest springt auf den Zug auf? Ist der Zug nicht schon abgefahren? Aber für wen - jung, alt - die Kritischen?
Es gibt einen kleinen Pool an Bestandteilen in unserer Gesellschaft der in den Focus gerückt wird, von allen Seiten belleuchtet, von jedem diksutiert und dadurch absolut ungebührlich überbewertet wird.
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April 3rd, 2008
scheint sich für verdammt witzig zu halten! Wieso regnet es in letzter Zeit nur dann wenn ich nachts mit dem Fahrad heim fahr? Wieso ist das bessere Wetter vorzugsweise in dem Land in dem ich gerade nicht bin? (Also Spanien etc sowieso… ich rede aber von DE und NL) Wieso muss ich dauernd Papers schreiben, vergess alles und muss jeden Tag in Supermarkt rennen weil irgendwas nicht mehr da ist und sowieso und überhaupt! Wer hat meine Konzentration geklaut, wo ist meine Motivation hin? Und wieso hat mir jemand im Austausch Lustlosigkeit auf den Schreibtisch gelegt?!
Also, wenn ich mal groß bin, ja! Dann, ehm… kauf ich mir ein Haus, mit ganz vielen Chucks, einem Rechner bei dem nicht dauernd Mozilla und Adobe abschmieren, les den ganzen Tag Bücher die ICH lesen will und… mhhh… irgendwas wird mir schon noch einfallen!
Allerdings leb ich, wie die meisten anderen, im hier und jetzt, also bin ich gewissermaßen gezwungen das Beste draus zu machen *klugscheiss* Daher widme ich mich wieder dem Lernen und ersehne den morgigen Tag um 15.15 wenn ich aus der Prüfungshalle rauslauf - yeah!
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